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Poker spielen und Fussball?

Grüner Rasen, grüner Filz

Was haben Pokerprofis eigentlich gemacht, bevor sie begannen, Tag und Nacht Karten zu spielen? Schließlich wurden die wenigsten von ihnen im Casino geboren. Chip Reese war so einer. Er war eigentlich auf dem Weg an die Westküste, um dort zu studieren, ging spontan in ein Casino in Las Vegas, gewann und verließ die Stadt nie wieder.

Einige Spieler kamen von Backgammon zu Poker. Phil Laak und Gus Hansen beispielsweise gehörten zur Weltelite, lange bevor die Poker-Öffentlichkeit sie wahrnahm.

Manche Spieler wechseln nicht einmal die Farbe des Tisches, wenn sie Poker spielen. So wurden schon häufiger Snookergrößen wie Ronnie O’Sullivan, Jimmy White und Matthew Stevens bei internationalen Turnieren gesichtet.

Und dann gibt es Spieler, die das Stillsitzen eigentlich gar nicht gewohnt sind. Eine wachsende Zahl von (Ex-)Fußballern gibt sich inzwischen die Ehre und ist dabei durchaus auch schon zu mehrfacher Fernsehpräsenz gelangt. Bester Beweis dafür ist der Football & Poker Legends Cup, also ein Pokerturnier, der quasi als Rahmenprogramm der Fußball WM 2006 in Deutschland angesetzt wurde. Die Mannschaften bestanden jeweils aus zwei Poker- und einem Fußballspieler.

Für England startete damals neben Kapitän Dave Ulliot z. B. Alan Ball, der 1966 beim WM-Finale gegen Deutschland jene Flanke schlug, die damals zum 3:2 führte, bzw. eigentlich nicht führte, weil … na ja, Sie wissen schon. Dementsprechend schied England zu Recht gegen Deutschland aus, dessen Team aus Kapitän Toni Vardjavand, Lothar Landauer und Uli Stein bestand. Letzterer nahm Ball persönlich vom Tisch.

Mit dabei war auch der Nordire Norman Whiteside, seinerzeit der jüngste WM-Teilnehmer aller Zeiten, außerdem der frühere irische Nationalspieler Tony Cascarino, der heute bei Stades Rennes unter Vertrag stehende Carlos Bocanegra aus den USA, Thomas Brolin aus Schweden und Kim Christofte aus Dänemark, der mit der Unterstützung von Gus Hansen und Theo Jorgensen denn auch für eine Neuauflage des EM-Finales von 1992 sorgte und also auf Deutschland traf. Am Ergebnis änderte sich jedoch nichts. Dänemark setzte sich durch.

Natürlich ist Uli Stein nicht der einzige, der gerne ab und zu all-in geht. Thomas Reichenberger, derzeit beim VfL Osnabrück unter Vertrag, qualifizierte sich 2007 für das WSOP Main Event, zog dann aber seine Saisonvorbereitung der Reise vor. Karl-Heinz Riedle gehört ebenso dazu wie Mario Basler, der auch schon bei Stefan Raabs TV Total Pokernacht dabei war. Ein leidenschaftlicher Pokerspieler ist auch Manfred Kastl, früher beim HSV und dem VfB Stuttgart tätig, wo er 1992 Meister wurde.